Newsletter November 21


   
NOVEMBER 2021
Gewalt & Care, zentrale Themen für maiz
 

Was hat Care mit Gewalt zu tun? Basieren Gesellschaft und kapitalistisches System zufällig nicht auf der Ausbeutung der Reproduktionsarbeit (=Care-Arbeit) von Frauen*? Ist dies nicht eine Gewaltstruktur und setzt sie nicht die anderen Formen von Gewalt gegen Frauen* ab?

Die Pandemie hat gezeigt, dass Care-Arbeit absolut notwendig und zentral für den Erhalt von Leben ist. Gleichzeitig zeigen Statistiken, dass die Gewalt gegen Frauen in der Pandemie stark zugenommen hat.

Wir reden über die vergeschlechtlichten, sexualisierten, rassifizierten, ethnisierten und ungeschützten (=Gewaltstruktur), minderbezahlten Jobs in privaten Haushalten, in der Pflege und Betreuung, in der Sexindustrie, im Gastronomie- und Hotelsektor, in Call Centers, etc., wo vor allem Migrant*innen arbeiten.

Die Nachfrage nach bezahlter Hausarbeit – nach Putzfrauen, nach Au-Pairs, Nannies, Altenbetreuer*innen, nach Sexdienstleister*innen wird auf einem wenig regulierten Sonderarbeitsmarkt für Migrant*innen befriedigt und hängt mit der Krise der Sorgesystemen und Leistungskürzungen im Sozialstaat zusammen.

Flexible Arbeitszeiten zugunsten der Arbeitgeber*innen (sogar rund um die Uhr!), unsichere Arbeitsbedingungen, geringe Bezahlung und zumeist keine gewerkschaftliche Unterstützung zeichnen die Care-Arbeitsbereiche aus. Es ist dringend notwendig, eine Lohnstruktur mit Arbeitsrechten zu schaffen, die Arbeiten bevorzugen, die den meisten sozialen Nutzen bringen.

Nieder mit der Gewalt gegen Frauen* und Migrant*innen!

 
BEREICHE / AKTUELLES
Tagung "De/kolonisierung des Wissens"
 

Kulturbereich

19.-21. November 2021 in Wien

Anmeldung: dekolonial2021@univie.ac.at

eine Kooperation zwischen der Universität Wien, der Akademie der bildenden Künste Wien, der Kunst-Universität Linz, dem IWK, dem IFK sowie der WiGiP.

Im Rahmen der Konferenz sollen epistemische Mechanismen der (Neo-)Kolonialisierung sowie Möglichkeiten eines dekolonialisierten Wissens in verschiedensten akademischen, künstlerischen und aktivistischen Beiträgen diskutiert und reflektiert werden. maiz beteiligt sich mit dem Workshop "Radical Care", als Erweiterung des diesjährigen Care-Projekts.

"Lieber Alltag" mit dorftv

Im Juli 2021 traf sich eine Gruppe Migrant*innen, die im Bereich Pflege -(CARE) tätig sind, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und eigene Repräsentationsformen und Erzählungen zu entwickeln. Dies fand auf verschiedenen medialen Ebenen statt: Diskussion, Text-Produktion, Bildsprache, Körpersprache – es wurden Texte und Bilder entworfen und schließlich Interventionen im öffentlichen Raum getätigt. Dies war der Prozess des Videos "Care", in Zusammenarbeit mit Adriana Torres Topaga, koproduziert mit dorftv im Rahmen des Projekts "Linz ImPuls Project Post Corona Screening".

 
Zum Programm
Workshop: Gewalt- Kultur- Konflikt- Geschlecht Stigmatisierung
 

Wann: 25. November – von 10:30-12:30
Wie: online oder in der Scharitzerstrasse 6-8, Linz

Anmeldung: maiz@servus.at 

Im Rahmen der internationalen Kampagne 16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, die jedes Jahr vom 25. November bis zum 10. Dezember stattfindet, organisiert maiz dieses Jahr einen wichtigen Workshop für Migrant*innen: Gewalt- Kultur- Konflikt- Geschlecht Stigmatisierung.

Im Rahmen dieses Workshops werden wir uns mit Diskussionen über die Dekulturalisierung von Gewalt befassen indem wir versuchen, die folgenden Fragen zu beantworten:

Wann wird über Gewalt gesprochen? In welchen Kontexten? Welche Bilder haben wir von Gewalt und welche Darstellungen sind im medialen Mainstream zu beobachten?
Wie können wir strukturelle Gewalt erkennen und benennen? Welche Formen von Gewalt erleben Migrant*innen? Welche (kollektiven) Strategien können wir gemeinsam erarbeiten? Von welchem Standpunkt aus sprechen wir über Gewalt?

 

 
mehr erfahren
 
bild: migrare.at
Allianz GewaltFREI leben
 

maiz ist Mitglieder der Allianz GewaltFREI leben und möchte alle dazu einladen, sich der Bewegung in den sozialen Netzwerken anzuschließen, um der Forderung nach einer wirksamen Umsetzung der Istanbul-Konvention Sichtbarkeit zu verleihen. Ziel ist es, Druck auf die österreichische Politik auszuüben, damit diese mehr Mittel für Maßnahmen zum Schutz und zur Prävention von Gewalt an Frauen und häuslicher Gewalt bereitstellt. 

Mach mit!

 
mehr erfahren
 
EMPFEHLENSWERT
Frau macht Film

17. - 20. November 2021

Moviemento Linz

Frauen und ihre Erzählungen in der männerdominierten Filmbranche sichtbar machen, das will die Kooperation des Frauenbüros der Stadt Linz und des Moviemento.

Denn Filme spiegeln nicht nur die Gesellschaft wieder, in der sie entstehen, sie schaffen mit ihren Bildern auch einen veränderten Blick auf unsere Welt – genau wie die ausgewählten Filme des diesjährigen Programmes. Wir wünschen dabei – und bei der neuen Betrachtung der Welt – viel Vergnügen!

mehr erfahren
DonnerstagsDemos - Linz

Donnerstag, 2. Dezember 2021, um 18 Uhr , ab Schillerpark - Promenade/Landhaus

Das Bündnis 8. März, an dem maiz punktuell teilnimmt, organisiert die  Donnerstagsdemo zum Thema Care am 2.12. in Linz.

Die drastische Situation in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, Bildungseinrichtungen für (Klein-)Kinder und in der psychosozialen Betreuung sowie der mangelnde Schutz vor Armut und Diskriminierung von Migrant*innen, die einem Großteil des Pflegesystems in Österreich zugrunde liegen, sind unsere Motivation für diese Demonstration.

Zusammen fordern wir ein Landesbudget, das die Arbeit mit und für Menschen – in Pflege, Betreuung, Versorgung, Bildung, Gesundheit – endlich wieder MENSCHEN-WÜRDIG möglich macht!

mehr erfahren
 
Prekariat und Unsicherheit für die 24-Stunden-Betreuer*innen
von Simona Durisova

Wie jeden Monat, schlagen wir euch wieder Inhalte aus dem Migrazine Online-Magazin vor, die aktuell bleiben, auch wenn sie schon vor einiger Zeit veröffentlicht wurden.

Im Zusammenhang mit dem Thema Care-Arbeit und die dringende Notwendigkeit, uns damit auseinanderzusetzen ist der folgende Artikel unser Vorschlag in diesem Monat:

Prekariat und Unsicherheit für die 24-Stunden-Betreuer*innen, von Simona Durisova, aus der Ausgabe 2020/2

zum Artikel

Migrazine - Online Magazin von Migrantinnen für alle ist ein mehrsprachiges Magazin und wird u.a. von maiz herausgegeben. Zum ersten Mal ging Migrazine 2009 online und ist aus dem Begehren entstanden, um kritische migrantische Stimmen in der medialen Öffentlichkeit hörbarer zu machen und gegen die klischeehafte Darstellung von Migrant*innen aufzutreten.

 
Verein maiz

Öffnungszeiten:
MO - DO 9 - 14 Uhr

4020 Linz
Scharitzerstraße 6-8 / 1. Stock
+43 732 776070

maiz@servus.at

maiz.at

Spende

HYPO Oberösterreich
BIC OBLAAT2L
IBAN AT46 5400 0000 0037 7747

Abonnieren